Zustand des Stadtwalls

Als Kreisheimatpfleger und Stadtführer hat Hans Hammer einen besonderen Blick für unseren Stadtwall. Die 600-Jahr-Feier für die Stadtmauer steht an, und gerade dann sollte sich unsere Stadt natürlich ordentlich präsentieren. Zusammen mit seiner Frau Gertraud hat er den Zustand unseres Stadtwalls mit zahlreichen Fotos dokumentiert (vgl. den Bericht in der Schrobenhausener Zeitung vom 15.02.2014). Für die Bürgerwerkstatt hat er weitere Fotos und Gedanken zusammengestellt.

Nördlicher Teil: Dammkrone und Abgänge

Ein Grundübel ist das Abbrechen der Dammkrone und damit ein schleichender Verfall des Hauptdammes. Durch wilde Aufgänge wird die Dammkrone ebenfalls an vielen Stellen zerstört. Auch private Zugänge zum Stadtwall beeinträchtigen und zerstören den Wallaufbau und die Randbepflanzung.

Westlicher Teil: Beschädigte Geländer und Trampelpfade

Im Bereich des westlichen Stadtwalls sind die Geländer der Stadtwallaufgänge in einem miserablen Zustand. Die Stützpfosten sind zum Großteil abgerostet. Fehlende Elemente werden zwar abgebaut, aber nicht ersetzt (seit über 2 Jahren). Die Reste der abgebrochenen Pfosten stehen immer noch scharfkantig aus dem Boden.

Die Begrenzungen, z.B. bei Bänken, sind zum Großteil verrottet/verfault und werden nur sehr nachlässig wieder in Ordnung gebracht.

Südlicher Teil: Schlechte Zugänge, Zaunruinen und Verteilerkästen

Schlecht gestaltete offizielle Zugänge zur Innenstadt verleiten zu Trampelpfaden und damit zur Zerstörung.

Gerade am Hauptzugang vom Großparkplatz zum Stadtwall, also dem „Einfallstor“ von Besucher, ziert die Zaunruine eines Privatgrundstücks den Weg. Hier sollte die Stadt auf den Grundstücksbesitzer Einfluss nehmen um eine respektable Gestaltung zu erreichen.

Der Zustand auf dem „Erdmann-Gelände“ und den angrenzenden Privatgrundstücken ist ebenfalls erschreckend.

Verteilerkästen sind wohl notwendig. Wenn sie aber an solch exponierten Plätzen aufgestellt werden, soll die Stadt bei der Genehmigung von ihren rechtlichen Möglichkeiten Gebrauch machen und auf eine einheitliche und gefällige Gestaltung bestehen. Solche technischen Einrichtungen können auch versteckt oder entsprechend kaschiert werden. In anderen historischen Städte geht es ja auch, und den Versorgungsunternehmen wird nicht alles zugebilligt, was für sie am billigsten ist.

Östlicher Teil: Private Einbauten

Private Einbauten sind zum Teil in einem furchtbarem Bauzustand und beeinträchtigen das Erscheinungsbild.

Zustand der Stadtmauer

Der Bauzustand der Stadtmauer ist ja nicht gerade der Beste. Die Stadt ist zwar bestrebt, durch Sanierungsmaßnahen das Erscheinungsbild Zug um Zug zu verbessern und die Bausubstanz zu erhalten. In manchen Bereichen wird der Verfall aber durch unterlassene kleinere Reparaturmaßnahmen gefördert. Bevor größere Schäden auftreten, sollten die fehlenden Dachziegel ohne größeren Aufwand ergänzt werden.

Zustand der Türme

An historischen Gebäuden stören besonders Satellitenempfangsanlagen, Antennenanlagen und die dazugehörigen Verkabelungen. Bei stadteigenen Anwesen kann die Stadt hier eingreifen.

Bei bereits entwohnten Objekten (z.B. Ulrich-Peißer-Gasse 17, dem Gefängnisturm) sollten diese Verschandelungen schnellstmöglich entfernt werden, bzw. bei Neuvergaben/Vermietungen in den jeweiligen Verträgen das Anbringen derartiger Anlagen untersagt werden. Für das Sackgassenschild lässt sich bestimmt ein unauffälligerer Platz finden. Das Hinweisschild für den Wasserhydranten könnte mit etwas Gefühl wohl auch im Sockelbereich oder an anderer nicht so auffälliger Stelle angebracht werden.

Texte und Fotos: Hans und Gertraud Hammer, Redaktion: Andreas Wenger

One thought on “Zustand des Stadtwalls

  1. Klaus Englert

    Februar 15, 2014 at 8:12pm

    Großer Dank an Gertraud und Hans Hammer! Schon vor 30 Jahren beantragten die Freunde Schrobenhausener Museen, das Juwel der Stadt, nämlich die Stadtmauer samt Türmen und Wall mit herrlicher Bepflanzung z.T. noch aus dem 19. Jhd. in besonderer Weise zu hegen und zu pflegen. Immer wieder haben die jeweiligen Kulturreferenten (Marlies Bauer, Klaus Englert, Bastian Fuchs) Anträge auf die Bereitstellung ausreichender Haushaltsmittel zur Sanierung des gestellt. Leider vergeblich. Denn die Einmaligkeit des Gesamtensembles, um das Schrobenhausen von vielen anderen Kommunen beneidet wird, hat noch nicht Eingang in die Köpfe der Mehrheit der Entscheider gefunden. Deshalb ist der neue Vorstoß nur zu begrüßen – auch wenn die Stadt (immerhin) schon einige Türme und Mauerbögen gerade in den letzten 3 Jahren saniert hat und der Baumpflege (insb. aus Sicherheitsgründen) ein gewichtiges Auge (und viel Geld) widmet! Sinnvoll wäre es jedoch, einmal „rundherum“ (das sind ca. 1.375 m) Wall, Türme, Graben und Pflanzen auf TOP-Stand zu bringen – und dann weiter zu unterhalten. Vielleicht ist der Brandbrief der Eheleute Hammer, gerade mit Blick auf deren unbestrittene Kompetenz als Kreisheimatpfleger, dazu ein Katalysator!

Your email will not be published. Name and Email fields are required.